Samstag, 4. Februar 2017

Einfach, weil's so schön ist

Keine Zeit, viel zu bloggen im Moment, aber weil ich beim Arbeiten am Rechner gerne mal eine Jamie-Cullum-Playlist laufen lasse, möchte ich Euch gerne an diesem wirklich genialen Jazzpianisten und -Sänger teilhaben lassen:



Ein bißchen mehr davon, wie der Mann ein Klavier bedienen kann, hört man hier:


Ja, ja, die Iren... 💚

Samstag, 7. Januar 2017

Spocht

Sport will ich machen - aber es darf sich nicht wie Sport anfühlen.

Fitnessstudio - zuviel Testosteron.
Joggen - langweilig.
Zumba & Co - ich ertrage diese Musik nicht und wenn es "Tanz" heißt, dann aber militärisches Gestrampel ist... bah.

Überhaupt - mich bewegen und trainieren, nur um mich zu bewegen und zu trainieren, das kommt ja mal gar nicht in Frage. Ich brauche einen intellektuellen und / oder emotionalen Anreiz. Der schönste Sport, den ich je gemacht habe, war 5 Rhythms Tanz. Großartig, extrem frei und jeder powert sich innerhalb eines Rahmens aus (nicht nur körperlich), den er und sie selbst festlegt. Was in Berlin mehrmals pro Woche irgendwo stattfindet, hat seinen Weg jedoch noch nicht nach Alfeld gefunden.

Yoga habe ich auch mal gemacht. In der Volkshochschule. Kundalini-Yoga. Das Yoga für sich besonders weiblich fühlende Frauen (das hätte mir eine Warnung sein sollen). Mit einer Anleiterin, die einen Turban trug und immer, wenn sie etwas von weiblicher Kraft sagte, mit den Händen vor ihrer Vagina herumfuchtelte. Das war mehr so lustig. Also ich meine: hätte ich es ernst genommen, wäre ich sehr traurig gewesen. Darum fand ich es dann lieber lustig.

Kürzlich waren wir bei Freunden zu Besuch, von denen eine sagte, sie müsse am nächsten Tag mit der Firma zu einer verspäteten Weihnachtsfeier mit Eisstockschießen. "Häh?" machte ich. - "Was, Du kennst kein Eisstockschießen?" machten die anderen. Und dann fanden wir heraus, was es alles für großartige, großartige Sportarten gibt.

Eisstockschießen - nichts sieht langweiliger aus.




Schon lustiger: Curling - mit dem Wischmopp über's Spielfeld und dazu wikingermäßige Kampfschreie.


Und last, but not least: Quidditch! Ja! Es gibt wirklich Leute, die versuchen, dies hier




nachzuspielen, indem sie sich Besen zwischen die Beine klemmen, so über den Rasen rennen und versuchen, einem menschlichen Snitch den Ball am Hintern abzuzupfen. 




Also wir haben uns dann doch anders entschieden. Ich versuche es nochmal mit Yoga und mein Freund stemmt Häschen.

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Memes

Ich habe einen meme generator für mich entdeckt und ein bißchen damit herumgespielt.
Aus aktuellem Anlass:

Samstag, 17. Dezember 2016

Happy Birthday, Ludwig!

Naja, eigentlich "happy Tauftag" - an welchem Tag genau jemand geboren wurde, weiß man ja oft nicht, sondern leitet es aus den Taufregistern her.

Ludwig van Beethoven, der sich durch schwerste Krankheiten in der Kindheit und einen vom Ehrgeiz zerfressenen Vater mühsam seinen Weg ins Licht gekämpft hat, gehört zu meinen Helden in der Musikgeschichte. Nicht (nur) wegen seiner Arbeit, sondern auch und ganz besonders, weil er sich als erwachsener Mann nie aufgegeben hat.

Ähnlich wie bei Brahms gab es in Beethovens Leben die bis heute sprichwörtliche "Unsterbliche Geliebte", die er nie erreicht hat; anders als Brahms konnte er keine unerschütterliche Gesundheit sein Eigen nennen und wurde als Folge davon taub.

Bevor ich mich jetzt in Betrachtungen über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von 'meinen' zwei großen Bs festfresse, während rosa Herzchen in meinen Pupillen tanzen, hier lieber etwas auf die Ohren für Euch von der brillanten Jazzpianistin Hiromi Uehara:


Sonntag, 4. Dezember 2016

Karma-Knödel

Bei strahlend goldenem Sonnenschein bin ich am Freitag nach Eberswalde gefahren. Neben der Havelbrücke standen 2 Kräne, die Ausleger senkrecht nach oben gestellt. Ganz oben auf dem einen hatte jemand einen Weihnachtsbaum befestigt. :)

Freitagabend Probe, Samstag Vormittag Auftritt bei Guten Morgen Eberswalde.
Einer meiner Sänger kommt ohne Schlaf direkt von der Nachtschicht aus dem Krankenhaus, eine andere hüpft schnell vom Rathaus herüber, wo sie ebenfalls am Morgen schon gearbeitet hat. Wir singen und haben Spaß, schön warm eingepackt bei -3 Grad und Sonnenschein. Danach schlendern wir noch grüppchenweise über den Marktplatz.

Der Eberswalder Weihnachtsmarkt ist kurz, immer nur ca 10 Tage bis zum 2. Advent, und ein echtes Schmuckstück. Vor 10 Jahren noch gab es hier nur Würstchen-und-Glühwein-Buden und zwei Stände mit Übergrößen-BHs. Inzwischen ist neben einer schönen Eröffnungsfeier mit Eiskönigin auch täglich Rahmenprogramm: es gibt ein Märchenzelt, in dem Schauspieler täglich wechselnde Vorstellungen für Kinder geben; eine Bühne, auf der jeden Tag ein anderer Chor ein Konzertchen singt; ein altes mechanisches Holzkarussel wird von 2 Musikern begleitet, die in der Mitte der Drehscheibe sitzen und Walzer spielen - ist das nicht wunderschön? Statt überall blöde Weihnachtsschlager von CD auf Dauerschleife jaulen zu lassen, werden hier Musiker engagiert; ich finde das einfach großartig.
Die Buden sind auch geschmackvoll und vielfältig: Kerzen, Honigwaren, handgemachte Seifen, bunte Tücher und Keramik gibt es neben den Fress-und-Sauf-Buden mit Stil: "Karma-Knödel" prangt handgeschrieben ein Schild an einem der Holzhäuschen. Dahinter stehen 2 hübsche Frauen um die 30, eine in bayrisch angelehnter Tracht, und verkaufen Semmelknödel in Pilz-Sahnesauce mit Rotkohl - komplett vegan! Natürlich quatsche ich die beiden sofort an. Leider hatten sie noch keine Visitenkarten, da sie recht frisch im Geschäft sind, aber die Frau mit der Tracht stammt tatsächlich aus Bayern und versucht, ihr traditionell bayrischen Lieblingsgerichte vegan nachzukochen.
Mama und ich haben natürlich zugeschlagen - wie könnte man sich schließlich Karma-Knödel entgehen lassen? Und sie waren erleuchtend lecker!

Ein wenig weiter wird uns von einem Mann mit breitem amerikanischen Akzent Brrrratapfelpunsch angeboten; auf der Rückseite seiner Bude verkauft ein anderer Mann ebenfalls wärmende Flüssigkeiten und auf seinem Schild steht: "Zu jedem 5. Getränk ein Weihnachtsgedicht". Ist das nicht einfach klasse?

Heute nochmal Konzert in Finowfurt, einer unserer Lieblingskirchen, und dann fahre ich wieder für eine Woche nach Hause.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Fotos!

Morgen fahre ich wieder für 2 Tage nach Eberswalde - Chorkonzerte. Unser Haus- und Hofphotograph Achim Kuhn war schon beim Konzert in der Kirche Reichenow am letzten Wochenende dabei:





Die ganze Ausbeute ist wie immer im FOTOPROJEKT der Chorhomepage zu finden. Dort sind auch die tollen Porträts hochkonzentrierter Sänger und angemessen schweißgebadeter Tenöre zu finden, die Achim aus unseren Proben zaubert.

Samstag, 26. November 2016

Warum es so schön ist, ein Teil meiner Familie zu sein

Dienstag Anreise & Chorprobe.
Mittwoch früh nach Berlin zum Ensemble LaFolie. Mein Bruder schreibt mich an: Ich spiele heute Jazz auf'm Weihnachtsmarkt. Lust, zuzuhören?
Ich fahre also nach Mitte, wo er in einer Bank arbeitet, auf deren internem Weihnachtsmarkt für wohltätige Zwecke er mit der von ihm gegründeten Bank-Jazzband spielen soll.
("Was spielen die?", fragte mich kürzlich jemand. "Bankrock?")
Ich komme an, die Sängerin ist krank. Ich singe also 3 Stunden Jazz Standards, habe tierisch viel Spaß dabei und übernachte gleich bei meinem Bruder.
Donnerstag. Jam Session.
Freitag. Mein Chor hat nach einer zusätzlichen Probe verlangt und bekommt sie.
Samstag Vormittag bei meinen Eltern. Ich bin mit dem Frühstück fertig, mein Vater baut Weihnachtsbeleuchtung in die Fenster und sieht sich suchend nach meiner Mutter um. Ich deute mit dem Daumen zur Zimmerdecke.
"Mama zithert."
Er grinst kurz. Meine Mutter leitet eine Veeh-Harfen-Gruppe und hat heute ein Konzert. Die Veeh-Harfe ist leider vor Papas und meinem Spott so sicher wie nackte Haut vor Sonnenbräune - es passiert einfach irgendwie, man kann nichts dagegen tun, obwohl wir beide Mama für ihre Arbeit bewundern.
Ich beschließe, für das Ensemble LaFolie zu üben und wenige Minuten später werden die Zith... Veeh-Harfe und das Klavier begleitet vom charakteristischen Krachen der Fußpedale an Papas Heimorgel. Er hat ja morgen Gottesdienst.
Die Einzige, die (abgesehen vom Schnarchen) still ist, ist Nele.
Ich bin doch echt ein Glückskind.