Mittwoch, 23. Dezember 2015

Kommunikationsgrenzen

In letzter Zeit habe ich des Öfteren im Gespräch mit anderen Menschen eine Grenze erreicht. Des Erträglichen, des Ausdrückbaren, des Vokabulars. Manchmal ist es ja sehr amüsant, Leuten beim Denken zuzuhören.

Zum Beispiel habe ich vor 2 Wochen, nachdem ich in eine kleinere Wohnung umgezogen war, wo ich nur noch die Hälfte meiner Teppichfliesen brauchte, die andere Hälfte im Internet zum Verschenken angeboten. Ich hatte leider kein Bild von ihnen (Umzugschaos, Kamera weg), habe sie also nur beschrieben - Anzahl, Größe, Farbe, Beschaffenheit - und dazu geschrieben, daß sie ausschließlich zum Abholen sind.
Mit einer Interessentin ergab sich daraufhin folgender Dialog:

Sie: Wie schaut der aus?
Ich: 50x50 cm, Farbe beige.
Sie: Oh, haben die plz67549 is weit
Ich: Ja, wenn es weit ist, ist beige natürlich doof. ;-)
Sie: ja, leider



Dann letzte Woche im Kino. Ich wiege mich oft fälschlicherweise in dem Gefühl, in meiner Heimatstadt zu wohnen und in einer anderen Stadt zu unterrichten würde eine Teilung von Arbeits- und Privatleben bedeuten. Aber ich habe nicht mit Weihnachtsmärkten gerechnet - und dem Kino, das es in Freienwalde nicht gibt, in Eberswalde hingegen schon. Wie jeder andere Mensch derzeit habe auch ich mir mit meinem Freund und einem Kumpel zusammen Star Wars angesehen - und natürlich einen Schüler getroffen, bei dem Mann, der die 3D-Brillen verteilt hat. Sein Papa war amüsiert, seine Mama wollte Star Wars eigentlich gar nicht gucken und wir unterhielten uns ein bißchen. Nach dem Film, als wir uns noch durch die Menschenmassen Richtung Ausgang quetschten, krähte es von der Treppe zu uns herunter: "Tschüß, Frau Höiiiiiing!"  :D  Wer es vorher noch nicht wußte: Frau Höing war im Kino!

An meinem Geburtstag war auch der Kinokumpel da, und wie es manchmal so kommt, entbrannte auch eine kurze Diskussion über Flüchtlinge und den Einsatz der Bundeswehr in Syrien. Ich bin dagegen, aber haha, ich bin ja auch nicht ernst zu nehmen, denn ich bin schließlich Veganerin, Pazifistin und Musikerin - also mit einem Wort: weltfremd.
"Wenn wir da nicht einmarschieren, können die da unten machen, was sie wollen!" ereiferte sich der Kumpel, der 8 Jahre seines Lebens an die Bundeswehr verschwen  verlor  Soldat war.
Ich starrte ihn kurz an. Dann sagte ich: "Wenn die nicht endlich bei uns einmarschieren, können wir hier oben machen, was wir wollen! Stell Dir das mal vor!"
Er hatte hier keine Argumente mehr, aber an dem Punkt reicht es ja, einfach darauf zu beharren, daß man eben Recht habe, "weil das einfach so ist". Deshalb hat mein Freund beschlossen, die Diskussion zu beenden und Pizza zu machen.

Und dann am Sonntag, bei unserem letzten Chorkonzert dieser Adventszeit in Reichenow, saß eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien in der ersten Reihe. Der Pfarrer der dortigen Kirche hat ein Gebet gesprochen, was, wie ich mir vorstelle, für die fünf Syrer ein seltsamer, vielleicht sogar belastender Moment gewesen sein muß, aber die ganze Zeit sahen sie uns sehr aufmerksam an, mit ernsten Gesichtern, nie auch nur ein bißchen abgelenkt. Als wir nach dem Konzert die Kirche verließen, nickte die (ich vermute) erwachsene Tochter der Familie mir leicht zu und schenkte mir den Hauch eines Lächelns - ich nehme an, das war die Grenze der für sie erlaubten Kommunikation mit mir, denn einige Minuten später kam ihr Vater vor der Kirche auf mich zu, der kaum Englisch und noch weniger Deutsch sprach, stellte sich mit Namen vor, nahm meine Hände in seine und sagte immer wieder "Schön, danke, danke, schön!"

Ist das nicht wunderschön? Und das nach einem Weihnachtskonzert - also es war nicht gerade thematisch neutral, ein christlicheres Thema gibt es ja kaum.

Das Hasenorakel spricht:

Das Warten auf den Weihnachtsmann
das Häschen überfordern kann.



Dienstag, 22. Dezember 2015

"Dein Text - mein Lied 2015" ausgelost

Die Lottofee war wieder da! Wir haben alle Namen der Teilnehmer an meinem Gewinnspiel auf Zettelchen geschrieben, sie zusammengefaltet und schön umgerührt:


Dann, mit Simsalabim, zog sie einen Zettel…


… and the winner is:



Herzlichen Glückwunsch, Tricia!

Dienstag, 1. Dezember 2015

Advents-Giveaway: Dein Text - mein Lied 2015

Auch dieses Jahr verlose ich wieder eine Komposition.




Es funktioniert sehr einfach:

Wer ein eigenes, von mir komponiertes Musikstück gewinnen möchte, reiche einen Text bei mir ein. Das kann ein eigener Gedanke sein (besser kein Roman, ich bräuchte vermutlich Jahre, um eine Oper zu schreiben), ein Reim oder auch nicht, ein Gedicht vom Lieblingsdichter, ein Zitat aus einem Buch, ein Limerick oder auch nur ein Wort. Alles ist möglich, wenn es nicht menschenverachtend ist, was sich ja von selbst versteht.

Ich packe alle eingegangenen Vorschäge in einen Topf und ziehe am Samstag, dem 19. Dezember aus der Lostrommel. Je nachdem, wozu mich der gezogene Text inspiriert, kann es ein Chorstück werden, ein Klavierstück, ein Song, ein Irgendwas - laßt Euch überraschen.

Wer schonmal mitgemacht hat, aber nicht gezogen wurde, kann natürlich denselben oder einen anderen Text erneut reinwerfen. :)

Die Texte schreibt mir bitte hier als Kommentar oder auf Facebook, Instagram oder per Mail an ankesmusiksalon ät gmail punkt com (je nachdem, wie öffentlich oder privat Ihr das gerne mögt).

So es mir irgend möglich ist, werde ich das fertige Stück dem Autoren nicht nur in Noten, sondern auch aufgenommen zukommen lassen, aber das kann je nach Besetzung eine Weile dauern.

EDIT: Ich wurde gerade auf Facebook gefragt, ob der Text auch Englisch sein darf - selbstverständlich. Oder auch in JEDER anderen Sprache. Bei allen originär nichteuropäischen Sprachen brauche ich eine Übersetzung dazu bitte. Auch eine eigene Fantasiesprache ist in Ordnung.
EDIT 2: mit "jeder" Sprache meine ich wirklich jede. Klingonisch à la Star Trek oder Trollisch à la World of Warcraft gehören dazu. ;-)

Montag, 30. November 2015

ChOhrkonzerte

Gestern habe ich ein Konzert dirigiert, von dem ich nur die Hälfte gehört habe. Nicht quantitativ - ich habe jeden Titel von Anfang bis Ende gehört - sondern qualitativ. Da meine Ohren mal wieder entzündet sind und ich mich fühle, als hätte mir jemand mit Nadeln gespickte Wattebäusche hineingepreßt.
Heute beim Ohrenarzt sagte eine seiner unzähligen, alle gleichermaßen hübschen und liebenswerten Sprechstundenhilfen, ich könne ruhig nochmal eine Stunde in die Stadt gehen, da die Wartezeit ohnehin abartig lang würde. Da im Wartezimmer kein Stuhl mehr frei war, ging ich noch einen Tee trinken. Ich wollte zu einer Bäckerei in der Nähe, die es offenbar nicht mehr gibt. Ihren Platz nimmt jetzt "Mr Wok's Sushi" ein. Ich liebe Sushi, wenn keine Tiere drin sind, und ich finde den Namen sehr witzig, da muß ich also irgendwann mal rein. Ob der Mann wirklich Wok heißt? Und falls ja - ob es wohl in Japan oder China ein deutsches Schnellrestaurant mit dem Namen "Frau Topf's Hausmannskost" oder "Fräulein Pfannes Krautspezialitäten" gibt?
Nun ja, nach meiner Rückkehr wartete ich noch weitere 2 Stunden, und als ich aufgerufen wurde, tat ich, was ich beim Ohrenarzt immer tue: Ich geriet in Panik. Ich reagiere auf Ohrenärzte wie andere Leute auf Zahnarztbohrer. Ich nehme mir jedes Mal vor, diesmal nicht loszuheulen, und jedes Mal versage ich. *seufz* Vielleicht wäre es nicht so schlimm, wenn ich vorher nicht immer stundenlang Zeit hätte, Nervosität aufzubauen… Naja. Jetzt habe ich ein Antibiotikum und nehme mir den Tag frei, um die Ohren warmzuhalten und ein bißchen zu jammern, und ab morgen geht es weiter mit Schülern, Chor, Orchester, Weihnachtsliedern im Altersheim, der Bunny Band und was ich noch so treibe.

Die nächsten Konzerte haben wir  schließlich schon diesen Freitag auf dem Eberswalder Weihnachtsmarkt, Sonntag in der Kirche Altranft (mit Orchester! chen.) und nächste Woche Dienstag in der Kirche Finowfurt, und ich freue mich schon sehr und will sie auch akustisch genießen können.




Mittwoch, 30. September 2015

Update

Während mein Rechner nach längerer Zeit mal wieder ein Backup herstellen darf (ich mußte erstmal eine halbe Stunde kramen, bis ich eine externe Festplatte gefunden habe, die groß genug ist), habe ich endlich mal wieder Zeit zum Bloggen. Auch nur so zufällig, denn ich bin schon seit 10 Tagen heftig erkältet - ich durfte am vorletzten Wochenende beim Jubiläum des Musikschul-Kinderchores mitarbeiten und da hat mich wohl die Chefin angesteckt, die das ganze Probenwochenende und das Konzert krank durchgestanden hat.

Der Chor hat noch mehr neue Mitglieder bekommen. Ich glaube, wir sind jetzt 40 Mann. Wir müssen den Probenraum schon mit Stühlen von draußen auffüllen und für mich ist es ein absoluter Genuß - dieser schöne, satte Klang, die Leichtigkeit, mit der man mal eben seine Männer vierstimmig singen lassen kann, die Möglichkeiten, die sich mir da eröffnen, das ist SO toll!

Auch das Ensemble LaFolie hat gut zu tun: Letzten Freitag waren wir auf dem Festival Herbstklänge auf Burg Querfurt zu Gast. Das Publikum war in jedem unserer vier Sets nicht nur zahlreich anwesend (man konnte ja da herumwandern und sich alles mögliche anhören), sondern auch noch sehr begeistert, inklusive Mitklatschen und Reinjubeln. So macht das Spaß! Die kalte Kirche hat mir zwar erkältungstechnisch den Rest gegeben, aber es war ein schönes Spielen dort, sogar mit Blüthner-Flügel in der Kirche und allem.

Meinem Orchesterchen, das noch immer nach einem Namen sucht, geht es auch musikalisch zunehmend besser. Wir spielen uns langsam zusammen. Ich stelle immer wieder fest, um wieviel schwerer ein guter Klang zu erreichen ist, wenn man es mit Instrumentalisten zu tun hat, im Vergleich zu Sängern. Sänger arbeiten letztlich ja mit derselben Sorte Instrument, während vier Streicher untereinander schon relativ anders sind, und wenn sie dann noch mit Trompete und Saxophonen kombiniert werden, die jedes ihre eigenen Besonderheiten haben ("das Cis klingt auf dem Saxophon hier immer zu tief"), braucht man wirklich viel Geduld. Aber die haben wir, und auch an Enthusiasmus mangelt es uns nicht.

Was ist noch neu? Ab sofort spiele ich gelegentlich Gottesdienste im Finower Gemeindezentrum. Ich bin sehr gespannt, wie das wird. Bisher habe ich an Gottesdiensten ja fast immer singend teilgenommen, speziell zu den Hochfesten und bei Hochzeiten und Taufen, wenn sich die Pfarrer etwas Besonderes wünschen (womit meistens das - DAS - Ave Maria gemeint ist).
Und ab der nächsten Woche schnuppere ich mal in der Laurentiusschule in Freienwalde in den Unterricht hinein, worauf ich auch sehr gespannt bin. Ich soll der dortigen Musiktherapeutin eine fachliche Assistenz im Unterricht mit behinderten Kindern sein. Ich habe total keinen Plan, aber glücklicherweise in zwei Wochen eine erste Weiterbildung zum Thema und mit der Musiktherapeutin offenbar eine sehr nette Kollegin, die mich nicht mit 20 Rollstuhlkindern, von denen 5 mal müssen, alleine in einem Raum stehen lassen wird. ;-)

Das Hasenorakel spricht:

Bist Du krank, so sollst Du kuscheln
Oder kurz die Hasen wuscheln.


Mittwoch, 2. September 2015

Sieben!

Ich konnte es kaum fassen gestern - es war Weltfriedenstag, mein Chor hatte 2 Titel in der Kirche zu singen und ging dann gleich in den Probenraum, wo mein Stimmbildner das Einsingen übernahm, weil ich in der Andacht zum Weltfrieden noch bis zum Schluß musikalisch eingesetzt war.

Es war übrigens eine ausgesprochen schöne Andacht. Was von Kirchenseite gebetet wurde, hat mich sehr beeindruckt, vor allem, als eine Mitarbeiterin der Kirche sinngemäß sagte: "Die Krisen und Kriege der Welt sind nicht etwas von uns, dem deutschen Volk, weit entferntes, etwas, das uns nicht betrifft. Wir haben Anteil daran. Darum bitten wir für uns, unsere Regierung und unseren Staat um Vergebung." - Um Vergebung! Das sind mal wirklich starke Worte und nur zu angebrachte. Oder, um es mal flapsiger aus einem Bildchen zu zitieren, das auf Facebook kursierte: Sollen doch die Länder die Flüchtlinge aufnehmen, die die Waffen liefern - zack, Problem gelöst.

Jedenfalls erschien ich erst 15 Minuten nach Probenbeginn, das Einsingen neigte sich gerade dem Ende zu, und stellte mich leise in den Chor, um die letzten Übungen noch mitzumachen. Mein schweifender Blick fiel auf 2 fremde Leute in der zweiten Reihe. Männer. "Ich sehe fremde Männer", flüsterte ich meiner Freundin Netti zu, die im Sopran singt. Sie nickte und sagte: "Guck mal weiter". Ich guckte weiter. Meine Schwester saß im Alt, zu ihrer ersten Probe erschienen, nachdem sie im Sommer hergezogen ist. Daneben eine weitere Bekannte, die auch neu im Alt anfangen sollte. So weit, so schön. Ich sah nach links. Eine fremde Frau, eine, die mir vage bekannt vorkam, und noch eine fremde Frau.
Da waren sieben neue Sänger. Auf einen Schlag. Sieben.

Ich habe versucht, so zu gucken:



Aber ich habe mich so gefühlt:



Als ich nach Hause kam und meinem Freund erzählte, daß ich die Weltherrschaft an mich reißen demnächst einen richtig schön vollmundigen Chor leiten würde, fragte er mich, wie alt die denn alle so seien. Ich sagte: "Der eine so vielleicht Mitte 50, der andere so Ende 20…" - "Und dann singt der im Chor?!" unterbrach mich der Kunstbanause. "Kommt auf den Chor an", erwiderte ich zuckersüß.

Also, kurz gesagt: Meinem Chor geht es grad richtig gut. :)

Das Hasenorakel spricht:

Vieles schafft man auch allein,
aber schöner ist's zu zwei'n.



Sonntag, 23. August 2015

Junge Männer und Fabrikfutter

Gerade habe ich ein gemütliches Beisammensein fluchtartig verlassen. Ich habe Lustiges erwartet, denn die geladenen Gäste hatten bei einer früheren Gelegenheit meiner vegan lebenden Mutter einmal rundheraus erklärt, Soja sei ein künstliches, in Fabriken aus irgendwelcher Chemie hergestelltes Produkt, und, so wörtlich, diese Scheiße würde man nicht essen, sie solle bitte eine vernünftige Tiefkühltorte bereitstellen statt selbst zu backen.
Damals war ich sauer, inzwischen stelle ich mir jedes Mal, wenn Mama das vernünftige Essen auftaut, vor, wie selbiges das Gedärm der Besucher verklebt und verkleistert, und lächle.

Heute jedoch wurden wir mit Fabrikfutter verschont… weil das Thema Flüchtlingspolitik aufkam. Wobei weder die Worte "Flüchtling" und "Politik" vorkamen, noch auch nur annähernd fundierte Informationen und Meinungen ausgetauscht wurden, sondern sich das Gespräch wie ein Karpfen im Schlamm suhlte. "Das sind doch alles junge Männer" - "Die können doch gar nicht arbeiten, selbst wenn sie wollten, aber sie wollen sich ja eh nur ein schönes Leben machen" und "Ausländer klauen" wurden als Faktum in den Raum gestellt, und eine tapfere ältere Tante von mir, die mit "ach hör doch auf, die Deutschen klauen doch auch" versuchte, Normalität Sachlichkeit zu bewahren, wurde sofort mit dem absoluten, unanfechtbaren Argument zum Schweigen gebracht: "Nee, das is so!" Ja. Wenn das so ist. Da mußte ich leider gehen.

Und jetzt mal ein paar Worte dazu, ohne daß ich irgendwie politisch aktiv wäre:

Weltweit sind fünfeinhalb Millionen Menschen auf der Flucht. 5,5 Millionen! Das ist unfassbar viel Krieg und Leid und Hunger und Elend. Von diesen 5,5 Millionen Menschen bin ich persönlich bisher nicht einem einzigen begegnet. Die These, daß wir von ihnen überrannt werden, wird also selbst für einen sehr schlicht denkenden, das Internet nicht benutzenden, eine Zeitung mit mehr Bildern als Worten lesenden und nur zwischen Eigenheim und Zeltplatz hin und her pendelndem Menschen im Alltag nicht bestätigt.
Natürlich flüchten diese fünfeinhalb Millionen Menschen nicht alle nach Deutschland. Über 80% von ihnen flüchten nirgendwohin, sie rennen einfach innerhalb ihres eigenen Landes vor der Gewalt weg, bewegen sich maximal ins Nachbarland und wollen ihre Heimatregion nicht verlassen. Wer will das auch schon - sich vom Krieg aus dem Landstrich vertreiben lassen, in dem man aufgewachsen ist und den man kennt und liebt?
In Deutschland wurden im letzten Jahr rund 173.000 Asylanträge gestellt, von denen nicht einmal die Hälfte bewilligt wurde. Seien wir großzügig - sagen wir, 100.000 Menschen seien nach Deutschland geflohen. Wir sind ein Land mit 81 Millionen Einwohnern. Es kommt also ein Flüchtling auf über 800 Deutsche. Wo ist das Problem?

Wir haben über 6 Millionen Hartz IV Empfänger. Ich habe mich kürzlich mit einigen Hartz IV Empfängern auf einem Bildungsurlaub getroffen, wo ich einen Kurs leitete. Jeder von ihnen bekommt nach Stellung aller möglichen Anträge insgesamt mehr Geld als ich in einem guten Monat - von den schlechten Monaten, wie dem Oktober, wo ich wegen der Herbstferien 2 Wochen weniger Verdienst habe, möchte ich gar nicht sprechen.
Ich persönlich finde das gesamte Hartz IV System unglaublich entwürdigend, wie so vieles, das vom allgemeinen "Wirtschaft über alles" - Denken hervorgebracht wurde, und ich hasse es, als hervorragend ausgebildete Akademikerin verzweifelt über die Miete in den Sommermonaten nachdenken zu müssen, aber dennoch sind wir ein Land, in dem es selbst den Menschen, die wirklich sehr wenig Geld haben, nicht so schlecht geht, daß sie Hungern und frieren müssen.

Ein Mensch, der nie in seinem Leben einen Flüchtling gesehen hat, aber der Meinung ist, dieser Flüchtling (mich erinnert das an "Der Russe steht vor der Tür") würde ihm irgendwas wegnehmen, hat ein ernsthaftes Problem. Mit Angst und Gier.

Und hier nochmal in kurz und knapp auf Buzzfeed.

Freitag, 10. Juli 2015

Sommeranfang, Autofahren, O-Ton der Woche

Ja, ja, stimmt schon, die Sommersonnenwende liegt bereits hinter uns, der Sommeranfang auch, aber für mich beginnt der Sommer eben erst, wenn die Ferien beginnen. Glücklicherweise beginnen die freien Wochen von Musikschule und Oper dieses Jahr fast gleichzeitig; es gab auch schon Jahre, in denen ich am Anfang der Schulferien noch wochenlang in die Oper mußte und am Ende der dortigen Spielzeitpause bereits wieder am Unterrichten war. Aber dieses Jahr ist richtig Urlaub.
Naja.
Eine Woche.
Danach mache ich im Rahmen einer evangelischen Familienfreizeit in Sachsen-Anhalt einen Musikkurs, und im August beginnen die Chorproben wieder und auch die ersten Orchesterproben, auf die ich schon sehr gespannt bin. Bisher ist die Besetzung der ersten Anmeldungen noch recht abenteuerlich, aber sie hat musikalisches Potential. :)

Mein wunderbarer Chor hat gesungen wie eine Bande Engel, als wir letztes Wochenende auf dem 4. Muldentaler Chorwettbewerb waren. Wir haben, obwohl es uns noch nicht einmal sechs Jahre gibt und wir bisher nur auf einem deutlich kleineren Wettbewerb waren, 21 Punkte und das Prädikat "sehr gut" bekommen, was ich nicht zu hoffen gewagt hatte. Aber da standen sie alle auf der Wettbewerbsbühne und strahlten mich an und auf einmal waren wir alle gar nicht mehr aufgeregt, sondern hatten einfach eine große Freude daran, zu singen und zu zeigen, wer wir sind. Es war von vorne bis hinten wunderschön dort in Sachsen.

Da ich jetzt auch wieder ein eigenes Autokennzeichen habe, fahre ich endlich wieder unbekümmert durch die Lande. Im Mai ist mir mein Kennzeichen gestohlen worden; wie der Polizist bei der Diebstahlsanzeige meinte, wohl wegen der frischen TÜV-Plakette. Das war unglaublich ärgerlich und zog Kosten und Bürokratiemist nach sich. Außerdem habe ich im Mai meinen Freund besucht, der recht weit entfernt wohnt. Ich habe, damit das schwarze Loch hinten am Hasimobil nicht so auffällt, von einem Freund ein gefaketes Pappkennzeichen ausgedruckt bekommen:


Anstelle der Europasterne hat er mir ein Häschen hingebastelt. Leider löste sich das Schild nach einem heftigen Regen auf und fiel ab, von mir unbemerkt. Nicht unbemerkt jedoch von den beiden sehr freundlichen Autobahnpolizisten, die mich nachts um eins von der Autobahn geleiteten, meine Personalien aufnahmen, prüften, ob das Kennzeichen wirklich gestohlen war, mich ermahnten, daß ich so nicht fahren dürfe und sich interessiert nach dem Hund erkundigten, dessen Konterfei meine Rückscheibe schmückt. Prinzesschen.


Als ich nach diesem Besuch wieder zurück war, noch immer kein neues und nicht einmal mehr ein gefälschtes vorübergehendes Kennzeichen hatte und zur Arbeit in die Oper fuhr, stoppte mich die Berliner Polizei an der Friedrichstraße. Diese beiden Polizisten waren durchtrainiert und trugen dicke gepolsterte Westen über ihren Uniformhemden, ermahnten mich, daß ich so nicht fahren dürfe, hielten sich aber sonst nicht weiter mit mir auf, denn ihr Alltag bot offenbar wenig Raum für derartig langweilige Fälle.

Hochinteressant fanden mich dagegen meine Mitmenschen im Straßenverkehr. Gleich am ersten Abend, als ich losfuhr, um den Diebstahl zu melden, steckte ein Fahrradfahrer an der roten Ampel seinen Kopf durch mein geöffnetes Beifahrerfenster (!) und informierte mich über das Fehlen meines Kennzeichens. "Ich weiß", knurrte ich so freundlich wie ich konnte, obwohl ich das Gefühl hatte, jemand dringt ungefragt in mein Wohnzimmer ein.
Dasselbe passierte noch einmal direkt vor der Polizei, an einer Ampel auf dem Weg zur Autobahn, auf dem Parkplatz der Musikschule, an einer Tankstelle, an einer weiteren Tankstelle und an einer Ampel mitten in der Stadt. Irgendwann ließ ich völlig angenervt die Fenster oben und die Augen stur geradeaus, sobald ich unter Schrittgeschwindigkeit fuhr. Aber oho, da hatte ich nicht mit den aufmerksamen Mitmenschen gerechnet. Sie klopften an mein Autofenster! Wenn böse Blicke Brötchen werfen könnten, hätte ich ganze Familien satt gemacht! Aus meinem erst geduldigen, später deutlich ungeduldigen mannigfach wiederholten "ich weiß" wurde irgendwann ein sarkastisches "oh mein Gott wirklich nein wie konnte das denn passieren", das allerdings völlig wirkungslos am betreffenden Scheibenklopfer abprallte, der nur selbstzufrieden lächelte.
Und jeder einzelne dieser Hinweisgeber war männlich und mindestens Mitte fünfzig. Was sagt mir das? Männer belehren Frauen? Alte belehren Junge? Alte Männer halten junge Frauen für derartig unfähig, ein Auto zu bedienen, daß sie einem nicht einmal zutrauen, zu merken, daß ein Kennzeichen fehlt?

Ich bin jedenfalls froh, wieder ein voll legalisiertes Bardenauto zu fahren.


Der O-Ton der Woche stammt von einer meiner Chorsängerinnen, die auf unserer Sommerparty, nachdem wir "Unsterblich duften die Linden" von Rudolf Mauersberger gesungen hatten, leise sagte:
"Das dürfen wir nicht vergessen: Der Sommer ist heute, und süß ist er."

Das Kaninchenorakel spricht ähnliches:

Laß die Sonne in Dein Herz!

Dienstag, 23. Juni 2015

Achtung Aufnahme!

Unsere CD ist endlich - endlich! - fertig und in unseren Händen und zum Verkauf freigegeben.

Ensemble LaFolie - "Achtung Aufnahme"

Im Februar aufgenommen (mein Arbeitsweg zur Christuskirche war ja wieder etwas länger und gesäumt von lustigen Orten wie dieser Brücke hier, auf die eine Art fliegender Schweinehase gesprayt ist):


Dann ging das große Abhören, Wiederabhören, Nochmalabhören los und parallel dazu die Gestaltung der Hülle und des Booklets (danke an Fabrice Handke, wir finden alle, daß es fantastisch aussieht!) und schließlich wurde sie unserem ersten Geiger mittels eines Gabelstaplers in den Keller gestellt. Er meinte in seiner typisch lakonischen Art dazu: "Ich habe ja schonmal tausend CDs gesehen, aber ich hatte vergessen, wie viele das wirklich sind."


Und nun sitze ich, die ich die Hoheitsgewalt über die Liste unserer Geldspender habe, zu Hause mit einem Riesenstapel CDs und wickle Schleifchen drum. Und klebe Manschetten. Und falte T-Shirts. Und schneide mit der Bastelschere noch eine hübsche kleine Notiz aus, die ich auf die Rückseite der Fotos klebe. Und beschrifte Briefumschläge und Päckchen. Und es ist mir ein echtes Vergnügen bei jedem einzelnen Exemplar, wie Weihnachtsgeschenke verpacken. :)




Wir sind fix und fertig, aber äußerst happy und starten in diesem Sommer mit ganz viel frischem Elan in ein komplett neues Programm. Das "alte" mit dem Titel "Kind, du brauchst nicht weinen" wurde noch einmal für ein Konzert in Köpenick im Oktober gebucht, danach wird musikalisch umgewälzt.

Die CD ist bestellbar via Email oder über das Kontaktformular, beides zu finden auf unserer Homepage.






Montag, 1. Juni 2015

Mal ein Wort

… zum Tag der Milch; ZDF und NDR haben sich da ja schon die Mühe von Reportagen gemacht. Ansonsten gibt es auch hochinteressante Informationen beim peta (für Leute, die härter im Nehmen sind).







Sonntag, 26. April 2015

O-Ton der Woche und erste Schritte auf unbekanntem Terrain

In Vorbereitung auf meinen ersten Versuch, ein Musikvideo zu einem meiner Lieder zu machen, war ich mit den beiden beteiligten Freunden auf der Suche nach Locations. Und auf der Suche nach Bildern, die später die Kamera füttern sollen. Und das ist mehr als ungewohnt.

video


O-Ton der Woche stammt von unserem ersten Geiger im Ensemble LaFolie beim letzten Abhören der entstehenden CD: "Also ich finde es nicht schlecht, wenn man von der Melodie im Hintergrund noch ein bißchen was mitkriegt."
Nicht schlecht, dachte ich - das werde ich den Männern in meinem Chor auch mal sagen, wenn sie wieder übereifrig sind. Eigentlich ist es nicht schlecht, wenn man von der Melodie auch ein bißchen was mitkriegt. So am Rande. :)

Die Spendenaktion ist übrigens vorbei - wir haben fast alles zusammen, was für die CD benötigt wird. Juchuuu!

Freitag, 3. April 2015

Freitag, 27. März 2015

Orchester gesucht!


Hurray, der Artikel war heute früh in der MOZ!

Und bereits um 7.13 Uhr meldete sich die erste Interessentin. Ist das nicht schön?

Mittwoch, 18. März 2015

Sind wir nicht alle ein bißchen… Mozart?

Das hier hat mir ein Freund geschickt und ich muß schon sagen, manchmal will ich auch wie dieser Amadeus austicken. ;-)


Montag, 2. März 2015

Die Sache mit dem Kotflügel und O-Ton der Woche

Vor einigen Wochen habe ich einen anderen Unterrichtsraum bekommen. Endlich ein Zimmer, in dem man bei Korrestunden keine Beklemmungen durch Platzmangel mehr bekommt und mit einem richtig schönen, vom Arbeitsalltag in der Musikschule etwas abgeranzten aber gut spielbaren und klingenden Bechsteinflügel. An meinem ersten Tag im neuen Raum stellte ich zu Beginn des Nachmittags einen leicht muffigen Geruch fest. Ich schnupperte herum, auch am Flügel, doch der schien geruchsfrei. Ich fragte das erste Kind, ob es auch was riechen würde, und es meinte ja, wußte aber nicht genau, was. Zwei Kinder später wehte mir wieder so eine Duftwolke entgegen. Warm, dunkel, irgendwas mit Essen…
"Es riecht nach Brot!" rief ich und Schüler Nummer 3 nickte. Am Abend schnupperte ich nochmals am Klavier, das zwar eigentlich geruchsfrei schien, aber dennoch in eine Wolke aus Brotduft eingehüllt war, und erzählte meinem Chef vor Ort davon. Er fand das ebenso wie ich sehr verwunderlich und hatte keine Erklärung.
Eine Woche später fing er mich auf dem Flur ab und sagte: "Anke, wir haben echt alles untersucht, aber da ist keine Kacke im Raum." Ich starrte ihn verständnislos an. "Ich war drinnen, die Klarinettenkollegin hat mitgesucht und der Schlagzeuglehrer, und der FSJ-ler meinte irgendwann, wahrscheinlich ist Frau Höing nur in eine Tretmine gelatscht und daher der Geruch."
Ich starrte immer noch. Er starrte zurück. Dann meinte er: "Du hast doch gesagt, das Klavier riecht nach Kot." - "Nee, nach Brot!", rief ich, und er grinste, kratzte sich am Hörgerät und gestand, das hätte er zwar auch verstanden, aber es sei ihm so absurd erschienen, daß er dachte, er hätte sich verhört. Und ich mußte zu meiner Schande zugeben, daß ich am Abend des geruchsintensiven Unterrichtstages zu Hause meine Tasche aufmachte und die Tüte frischer Brötchen sah, die ich auf dem Weg zur Musikschule gekauft und dann vergessen hatte.

O-Ton der Woche

"Weißt Du denn noch, was Du aufhattest?" frage ich das süßeste kleine Vorschulkind der Welt, das Freitags bei mir Unterricht hat.
"Klar", nickt sie, "3 Sachen."
Ich muß schon etwas grinsen und frage sie, mit welcher sie gerne anfangen will und sie erwidert mit größter Selbstverständlichkeit: "Na mit der ersten Sache."
Joa, alles klar.

Samstag, 21. Februar 2015

Auflösung, Umbruch, Aufbruch und Hasenohren

Die Dinge sind in Bewegung. Bewegung ist ja erstmal gut, finde ich, man muß sich eben mitbewegen, vor allem im Kopf.

In Auflösung begriffen ist offenbar mein Blogdesign. Eigentlich hatte ich Seitenleisten im Stil der Kopfleiste, aber die lassen sich nicht mehr einbetten. Sehr seltsam. Also, weiß sieht auch gut aus, aber dennoch… seltsam eben.

Im Umbruch ist das Ensemble bzw. der nach außen hin sichtbare Teil davon: Unser Ensemble-Logo wird im Moment ein wenig verschönert, sobald es soweit ist, folgt die Homepage auf dem Fuße.

Im Aufbruch sind wir musikalisch - derzeit läuft unsere Spendenaktion auf Hochtouren und treibt wundervolle Stilblüten. Leute, die uns Spenden für unsere CD überweisen, schreiben uns die lustigsten Kommentare in den Betreff, die dann in unseren Kontoauszügen auftauchen. Von herzlichen guten Wünschen für unsere CD über ein papahaftes "damit Ihr in Gang kommt" bis hin zu obercooler Selbstdarstellung à la "hier kommen wir" war schon alles dabei - ich habe teilweise sehr gegrinst beim Aktualisieren der Spenderliste.

Wer gespendet, aber seine Adresse nicht in der Überweisung angegeben hat, kann dies auch über unser Kontaktformular tun oder mich anmailen. Ich erinnere daran, daß ab einer Spendenhöhe von 25€ ein Dankeschön winkt, und das erreicht Euch am Einfachsten per Post. ;-)

Und obwohl wir die benötigte Summe noch nicht beisammen haben, muß ich schon jetzt ein riesiges Lob an alle Eberswalder aussprechen: Der allergrößte Teil des bisher gesammelten Geldes kommt von Eberswalder Bürgern und Firmen. Ich bin unglaublich dankbar und glücklich, daß es so viele Leute hier gibt, die absolut selbstverständlich ein CD-Projekt eines Berliner Ensembles (mit Eberswalder Pianistin) unterstützen, weil ihnen einfach die Musik gefällt und sie das eine gute Sache finden.

O-Ton der Woche

Hasenohren: Ein kleiner Junge, der seit eineinhalb Jahren bei mir Klavierunterricht hat, hat neulich seiner Mama das Klavier erklären wollen, reckte sich in den geöffneten Flügel, drückte mit der einen Hand ein paar Tasten und zeigte mit der anderen Hand auf die Hämmer, die von unten gegen die Saiten schlagen: "Und dann kommen die Hasenohren da hoch und hauen da ran und dann kommt der Ton."

Wo er Recht hat…


Sonntag, 25. Januar 2015

Wui!

Das war jetzt aber mal eine richtig lange Bloggerpause. Im Dezember geht es ja gerne mal drüber und drunter, und im letzten Dezember ging es in meiner Familie und im Freundeskreis leider auf besondere Art drunter: Krankheiten und mehrere Todesfälle haben dieses Weihnachtsfest sehr seiner Stimmung beraubt. Das hat viel Zeit und Kraft von allen in Anspruch genommen und mich überdies unverhofft in die Situation versetzt, Weihnachtsgottesdienste orgeln zu müssen, was ziemlich aufregend war. Orgel ist ja doch etwas ganz anderes als Klavier, nicht nur wegen der Füße (ich hatte Glück und habe ein Vorspiel mit wenig Pedal erwischt), sondern natürlich auch, weil jeder Ton einfach aufhört, sobald man den Finger hebt, während man am Klavier ja vom rechten Pedal und seinen Bindemöglichkeiten verwöhnt ist. Und dann so von einem Tag auf den anderen ohne zu üben… Aber es lief über meine Erwartungen hinaus gut.

Allen Göttern sei Dank ging es dann nach Weihnachten aber bergauf und ich konnte über Silvester sogar für 4 Tage zu Freunden fahren. In dieser Zeit hat meine Freundin die Lottofee das Orakelkaninchen betreut. Ich glaube, wenn ich nicht rechtzeitig zurückgekommen wäre, wären die beiden miteinander durchgebrannt - die Fee hat Fotos und Filme von der Plüschkanone gemacht in solchen Massen, daß sie nicht nur meine Bitte nach einem "daily Flausch" aufs Handy erfüllen, sondern mir hinterher auch noch einen vollen USB Stick in die Hand drücken konnte. Und was für Fotos!

Aber first things first - ich hatte eine Blogverlosung. Und natürlich habe ich ausgelost, auch wenn ich eben nicht mehr zum Bloggen kam, daher dringend nachgeholt hier das Ergebnis.

7 Leute haben teilgenommen, interessanterweise alle Frauen. Meine Lottofee hat die von mir beschrifteten Zettel hochprofessionell gemischt:


…und dann einen gezogen:


Und die Gewinnerin ist



die sich persönlich bei mir gemeldet hatte mit einem wunderschönen dreistrophigen Gedicht. Ich kann sie nicht einmal verlinken, da sie selbst nicht blogt, aber sie hat selbstverständlich sofort eine Rückmeldung bekommen und ich bin jetzt heftig am Überlegen, wie ich das Gedicht musikalisch umsetze. Ich scharre ja ohnehin schon mit den Hufen, um wieder einige Stücke, die im Hinterkopf herumspuken, endlich fertig zu schreiben, aber derzeit ist einfach viel zu viel anderes zu tun. Das sind aber auch großartige, schöne musikalische Dinge: Das Ensemble LaFolie hatte bereits 2 Konzerte dieses Jahr, eines im Kulturhaus Spandau, in einem sehr schnuckligen kleinen Saal mit einem Kastenklavier und einem sehr hilfsbereiten und aufmerksamen Techniker, das andere in der Kirche in Waidmannslust, wo ein alter Steinway steht, der sich weich wie Butter spielt.

Mit dem Chor war ich schon auf Probenwochenende, wieder in Schloß Rheinsberg, und habe es genau wie letztes Jahr sehr genossen.

Und schließlich und endlich steht die erste CD-Produktion des Ensemble LaFolie vor der Tür: Anfang Februar schließen wir uns für ein paar Tage in der Christuskirche in Oberschöneweide ein (die Schallplattenkirche) und gebären dann in den nächsten Wochen unser erstes Album.
Für dieses Mammutprojekt suchen wir auch noch Spender - wer das also unterstützen möchte, ist sehr, sehr herzlich eingeladen, das zu tun. Ab einer Spende von 25,- gibt es ein kleines Geschenk, falls Ihr Euren Namen und die Adresse hinterlaßt. Die Daten sind alle auf der Startseite des Ensembles zu finden. :)

Vorbereitend üben wir uns erstmal die Finger wund, ob mit oder ohne Instrument

video

und ich persönlich freue mich ganz unglaublich auf die Produktion - und auch darauf, daß ich hinterher erstmal 4 Tage frei habe. :)

Das Kaninchenorakel sagt:

Streck Dich zu wahrer Größe, dann erreichst Du hohe Ziele.