Mittwoch, 30. September 2015

Update

Während mein Rechner nach längerer Zeit mal wieder ein Backup herstellen darf (ich mußte erstmal eine halbe Stunde kramen, bis ich eine externe Festplatte gefunden habe, die groß genug ist), habe ich endlich mal wieder Zeit zum Bloggen. Auch nur so zufällig, denn ich bin schon seit 10 Tagen heftig erkältet - ich durfte am vorletzten Wochenende beim Jubiläum des Musikschul-Kinderchores mitarbeiten und da hat mich wohl die Chefin angesteckt, die das ganze Probenwochenende und das Konzert krank durchgestanden hat.

Der Chor hat noch mehr neue Mitglieder bekommen. Ich glaube, wir sind jetzt 40 Mann. Wir müssen den Probenraum schon mit Stühlen von draußen auffüllen und für mich ist es ein absoluter Genuß - dieser schöne, satte Klang, die Leichtigkeit, mit der man mal eben seine Männer vierstimmig singen lassen kann, die Möglichkeiten, die sich mir da eröffnen, das ist SO toll!

Auch das Ensemble LaFolie hat gut zu tun: Letzten Freitag waren wir auf dem Festival Herbstklänge auf Burg Querfurt zu Gast. Das Publikum war in jedem unserer vier Sets nicht nur zahlreich anwesend (man konnte ja da herumwandern und sich alles mögliche anhören), sondern auch noch sehr begeistert, inklusive Mitklatschen und Reinjubeln. So macht das Spaß! Die kalte Kirche hat mir zwar erkältungstechnisch den Rest gegeben, aber es war ein schönes Spielen dort, sogar mit Blüthner-Flügel in der Kirche und allem.

Meinem Orchesterchen, das noch immer nach einem Namen sucht, geht es auch musikalisch zunehmend besser. Wir spielen uns langsam zusammen. Ich stelle immer wieder fest, um wieviel schwerer ein guter Klang zu erreichen ist, wenn man es mit Instrumentalisten zu tun hat, im Vergleich zu Sängern. Sänger arbeiten letztlich ja mit derselben Sorte Instrument, während vier Streicher untereinander schon relativ anders sind, und wenn sie dann noch mit Trompete und Saxophonen kombiniert werden, die jedes ihre eigenen Besonderheiten haben ("das Cis klingt auf dem Saxophon hier immer zu tief"), braucht man wirklich viel Geduld. Aber die haben wir, und auch an Enthusiasmus mangelt es uns nicht.

Was ist noch neu? Ab sofort spiele ich gelegentlich Gottesdienste im Finower Gemeindezentrum. Ich bin sehr gespannt, wie das wird. Bisher habe ich an Gottesdiensten ja fast immer singend teilgenommen, speziell zu den Hochfesten und bei Hochzeiten und Taufen, wenn sich die Pfarrer etwas Besonderes wünschen (womit meistens das - DAS - Ave Maria gemeint ist).
Und ab der nächsten Woche schnuppere ich mal in der Laurentiusschule in Freienwalde in den Unterricht hinein, worauf ich auch sehr gespannt bin. Ich soll der dortigen Musiktherapeutin eine fachliche Assistenz im Unterricht mit behinderten Kindern sein. Ich habe total keinen Plan, aber glücklicherweise in zwei Wochen eine erste Weiterbildung zum Thema und mit der Musiktherapeutin offenbar eine sehr nette Kollegin, die mich nicht mit 20 Rollstuhlkindern, von denen 5 mal müssen, alleine in einem Raum stehen lassen wird. ;-)

Das Hasenorakel spricht:

Bist Du krank, so sollst Du kuscheln
Oder kurz die Hasen wuscheln.


Mittwoch, 2. September 2015

Sieben!

Ich konnte es kaum fassen gestern - es war Weltfriedenstag, mein Chor hatte 2 Titel in der Kirche zu singen und ging dann gleich in den Probenraum, wo mein Stimmbildner das Einsingen übernahm, weil ich in der Andacht zum Weltfrieden noch bis zum Schluß musikalisch eingesetzt war.

Es war übrigens eine ausgesprochen schöne Andacht. Was von Kirchenseite gebetet wurde, hat mich sehr beeindruckt, vor allem, als eine Mitarbeiterin der Kirche sinngemäß sagte: "Die Krisen und Kriege der Welt sind nicht etwas von uns, dem deutschen Volk, weit entferntes, etwas, das uns nicht betrifft. Wir haben Anteil daran. Darum bitten wir für uns, unsere Regierung und unseren Staat um Vergebung." - Um Vergebung! Das sind mal wirklich starke Worte und nur zu angebrachte. Oder, um es mal flapsiger aus einem Bildchen zu zitieren, das auf Facebook kursierte: Sollen doch die Länder die Flüchtlinge aufnehmen, die die Waffen liefern - zack, Problem gelöst.

Jedenfalls erschien ich erst 15 Minuten nach Probenbeginn, das Einsingen neigte sich gerade dem Ende zu, und stellte mich leise in den Chor, um die letzten Übungen noch mitzumachen. Mein schweifender Blick fiel auf 2 fremde Leute in der zweiten Reihe. Männer. "Ich sehe fremde Männer", flüsterte ich meiner Freundin Netti zu, die im Sopran singt. Sie nickte und sagte: "Guck mal weiter". Ich guckte weiter. Meine Schwester saß im Alt, zu ihrer ersten Probe erschienen, nachdem sie im Sommer hergezogen ist. Daneben eine weitere Bekannte, die auch neu im Alt anfangen sollte. So weit, so schön. Ich sah nach links. Eine fremde Frau, eine, die mir vage bekannt vorkam, und noch eine fremde Frau.
Da waren sieben neue Sänger. Auf einen Schlag. Sieben.

Ich habe versucht, so zu gucken:



Aber ich habe mich so gefühlt:



Als ich nach Hause kam und meinem Freund erzählte, daß ich die Weltherrschaft an mich reißen demnächst einen richtig schön vollmundigen Chor leiten würde, fragte er mich, wie alt die denn alle so seien. Ich sagte: "Der eine so vielleicht Mitte 50, der andere so Ende 20…" - "Und dann singt der im Chor?!" unterbrach mich der Kunstbanause. "Kommt auf den Chor an", erwiderte ich zuckersüß.

Also, kurz gesagt: Meinem Chor geht es grad richtig gut. :)

Das Hasenorakel spricht:

Vieles schafft man auch allein,
aber schöner ist's zu zwei'n.