Freitag, 26. April 2019

Ruckelpiste mit Tankstellen

Heute mal ein paar schöne Dinge, und zwar aus Gründen!



Ich hatte mir vorgestellt, Depressionen zu behandeln sei wie eine Talabfahrt zu machen, sich unten abzustoßen und mit Schwung wieder oben anzukommen. Eine schöne, glatte Sinuskurve. Aber nein.

Meine erhoffte glatte Fahrt findet auf einer verdammten Ruckelpiste statt. Ich werde durchgeschüttelt, es geht auf und ab und wieder auf und wieder ab, und ich habe den Überblick verloren.


Sagen wir einfach, es gibt solche und solche Tage, aber wenigstens werden die guten langsam mehr, und das zu wissen und zu spüren gibt mir an den schlechten Tagen genug Vertrauen und Kraft zum durchhalten.
Frau Kopfdoktor sagt, ich sei quasi permanent damit beschäftigt, mich selbst zu beschimpfen oder zu verunglimpfen, selbst, wenn ich etwas Gutes über mich sagen wolle, würde ich es in etwas Herabsetzendes einwickeln, und deshalb solle ich jetzt als Hausaufgabe eine Liste der Dinge anlegen, die ich selbst an mir mögen kann.
Uff.

Ich habe ja noch kaum die letzte größere Hausaufgabe geschafft, nämlich herauszufinden, wo meine Kraftquellen im Alltag sind. Aber ich bin gut dabei, und es sind echt skurrile Dinge herausgekommen.

1. Ich habe ein Puzzlespiel für das iPad. Puzzlen ist tierisch beruhigend. (Es sei denn, das Motiv ist ein kitschiges Bid eines Katzenbabys in einem rosa Blütenrahmen, sorry, aber sowas macht mich leider aggressiv.)

2. Der Garten. Was liebe ich es, im Garten herumzutun. Teilweise ist das, was ich tue, ohne Sinn und Verstand, und teilweise durchaus mit Sinn und Verstand, auch wenn der Schwiegervater ständig vorbeikommt und die Unkräuter ausreißt, über die ich mich so freue, weil man sie essen oder zu Heiltees verarbeiten kann. Der Garten ist so eine enorme Kraftquelle!

Ich habe Unmengen Bellis geschenkt bekommen, die ich sehr liebe,


Bärlauch geerntet, zu Pesto verarbeitet oder eingefroren


und aus dem häßlichen Betonkübel hinten im Garten ein grünes, mit Erdbeeren bepflanztes  Feenstädtchen gemacht.


3. Ich besuche schöne Orte und sehe schöne Dinge.

Die Externsteine:








Den Harz:


4. Ich mache Dinge selbst. Ich habe zum Beispiel zum ersten Mal Gnocchi hergestellt, was geradezu erschreckend einfach war.




Oder einen Osterzopf:



Im Winter habe ich Traumfänger für Freundinnen gebastelt.









All das geht manchmal, und manchmal nicht.
Auch lesen kann ich inzwischen wieder.



Was macht Ihr, um Euch aufzutanken?