Mittwoch, 23. Dezember 2015

Kommunikationsgrenzen

In letzter Zeit habe ich des Öfteren im Gespräch mit anderen Menschen eine Grenze erreicht. Des Erträglichen, des Ausdrückbaren, des Vokabulars. Manchmal ist es ja sehr amüsant, Leuten beim Denken zuzuhören.

Zum Beispiel habe ich vor 2 Wochen, nachdem ich in eine kleinere Wohnung umgezogen war, wo ich nur noch die Hälfte meiner Teppichfliesen brauchte, die andere Hälfte im Internet zum Verschenken angeboten. Ich hatte leider kein Bild von ihnen (Umzugschaos, Kamera weg), habe sie also nur beschrieben - Anzahl, Größe, Farbe, Beschaffenheit - und dazu geschrieben, daß sie ausschließlich zum Abholen sind.
Mit einer Interessentin ergab sich daraufhin folgender Dialog:

Sie: Wie schaut der aus?
Ich: 50x50 cm, Farbe beige.
Sie: Oh, haben die plz67549 is weit
Ich: Ja, wenn es weit ist, ist beige natürlich doof. ;-)
Sie: ja, leider



Dann letzte Woche im Kino. Ich wiege mich oft fälschlicherweise in dem Gefühl, in meiner Heimatstadt zu wohnen und in einer anderen Stadt zu unterrichten würde eine Teilung von Arbeits- und Privatleben bedeuten. Aber ich habe nicht mit Weihnachtsmärkten gerechnet - und dem Kino, das es in Freienwalde nicht gibt, in Eberswalde hingegen schon. Wie jeder andere Mensch derzeit habe auch ich mir mit meinem Freund und einem Kumpel zusammen Star Wars angesehen - und natürlich einen Schüler getroffen, bei dem Mann, der die 3D-Brillen verteilt hat. Sein Papa war amüsiert, seine Mama wollte Star Wars eigentlich gar nicht gucken und wir unterhielten uns ein bißchen. Nach dem Film, als wir uns noch durch die Menschenmassen Richtung Ausgang quetschten, krähte es von der Treppe zu uns herunter: "Tschüß, Frau Höiiiiiing!"  :D  Wer es vorher noch nicht wußte: Frau Höing war im Kino!

An meinem Geburtstag war auch der Kinokumpel da, und wie es manchmal so kommt, entbrannte auch eine kurze Diskussion über Flüchtlinge und den Einsatz der Bundeswehr in Syrien. Ich bin dagegen, aber haha, ich bin ja auch nicht ernst zu nehmen, denn ich bin schließlich Veganerin, Pazifistin und Musikerin - also mit einem Wort: weltfremd.
"Wenn wir da nicht einmarschieren, können die da unten machen, was sie wollen!" ereiferte sich der Kumpel, der 8 Jahre seines Lebens an die Bundeswehr verschwen  verlor  Soldat war.
Ich starrte ihn kurz an. Dann sagte ich: "Wenn die nicht endlich bei uns einmarschieren, können wir hier oben machen, was wir wollen! Stell Dir das mal vor!"
Er hatte hier keine Argumente mehr, aber an dem Punkt reicht es ja, einfach darauf zu beharren, daß man eben Recht habe, "weil das einfach so ist". Deshalb hat mein Freund beschlossen, die Diskussion zu beenden und Pizza zu machen.

Und dann am Sonntag, bei unserem letzten Chorkonzert dieser Adventszeit in Reichenow, saß eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien in der ersten Reihe. Der Pfarrer der dortigen Kirche hat ein Gebet gesprochen, was, wie ich mir vorstelle, für die fünf Syrer ein seltsamer, vielleicht sogar belastender Moment gewesen sein muß, aber die ganze Zeit sahen sie uns sehr aufmerksam an, mit ernsten Gesichtern, nie auch nur ein bißchen abgelenkt. Als wir nach dem Konzert die Kirche verließen, nickte die (ich vermute) erwachsene Tochter der Familie mir leicht zu und schenkte mir den Hauch eines Lächelns - ich nehme an, das war die Grenze der für sie erlaubten Kommunikation mit mir, denn einige Minuten später kam ihr Vater vor der Kirche auf mich zu, der kaum Englisch und noch weniger Deutsch sprach, stellte sich mit Namen vor, nahm meine Hände in seine und sagte immer wieder "Schön, danke, danke, schön!"

Ist das nicht wunderschön? Und das nach einem Weihnachtskonzert - also es war nicht gerade thematisch neutral, ein christlicheres Thema gibt es ja kaum.

Das Hasenorakel spricht:

Das Warten auf den Weihnachtsmann
das Häschen überfordern kann.



Dienstag, 22. Dezember 2015

"Dein Text - mein Lied 2015" ausgelost

Die Lottofee war wieder da! Wir haben alle Namen der Teilnehmer an meinem Gewinnspiel auf Zettelchen geschrieben, sie zusammengefaltet und schön umgerührt:


Dann, mit Simsalabim, zog sie einen Zettel…


… and the winner is:



Herzlichen Glückwunsch, Tricia!

Dienstag, 1. Dezember 2015

Advents-Giveaway: Dein Text - mein Lied 2015

Auch dieses Jahr verlose ich wieder eine Komposition.




Es funktioniert sehr einfach:

Wer ein eigenes, von mir komponiertes Musikstück gewinnen möchte, reiche einen Text bei mir ein. Das kann ein eigener Gedanke sein (besser kein Roman, ich bräuchte vermutlich Jahre, um eine Oper zu schreiben), ein Reim oder auch nicht, ein Gedicht vom Lieblingsdichter, ein Zitat aus einem Buch, ein Limerick oder auch nur ein Wort. Alles ist möglich, wenn es nicht menschenverachtend ist, was sich ja von selbst versteht.

Ich packe alle eingegangenen Vorschäge in einen Topf und ziehe am Samstag, dem 19. Dezember aus der Lostrommel. Je nachdem, wozu mich der gezogene Text inspiriert, kann es ein Chorstück werden, ein Klavierstück, ein Song, ein Irgendwas - laßt Euch überraschen.

Wer schonmal mitgemacht hat, aber nicht gezogen wurde, kann natürlich denselben oder einen anderen Text erneut reinwerfen. :)

Die Texte schreibt mir bitte hier als Kommentar oder auf Facebook, Instagram oder per Mail an ankesmusiksalon ät gmail punkt com (je nachdem, wie öffentlich oder privat Ihr das gerne mögt).

So es mir irgend möglich ist, werde ich das fertige Stück dem Autoren nicht nur in Noten, sondern auch aufgenommen zukommen lassen, aber das kann je nach Besetzung eine Weile dauern.

EDIT: Ich wurde gerade auf Facebook gefragt, ob der Text auch Englisch sein darf - selbstverständlich. Oder auch in JEDER anderen Sprache. Bei allen originär nichteuropäischen Sprachen brauche ich eine Übersetzung dazu bitte. Auch eine eigene Fantasiesprache ist in Ordnung.
EDIT 2: mit "jeder" Sprache meine ich wirklich jede. Klingonisch à la Star Trek oder Trollisch à la World of Warcraft gehören dazu. ;-)