Mittwoch, 2. September 2015

Sieben!

Ich konnte es kaum fassen gestern - es war Weltfriedenstag, mein Chor hatte 2 Titel in der Kirche zu singen und ging dann gleich in den Probenraum, wo mein Stimmbildner das Einsingen übernahm, weil ich in der Andacht zum Weltfrieden noch bis zum Schluß musikalisch eingesetzt war.

Es war übrigens eine ausgesprochen schöne Andacht. Was von Kirchenseite gebetet wurde, hat mich sehr beeindruckt, vor allem, als eine Mitarbeiterin der Kirche sinngemäß sagte: "Die Krisen und Kriege der Welt sind nicht etwas von uns, dem deutschen Volk, weit entferntes, etwas, das uns nicht betrifft. Wir haben Anteil daran. Darum bitten wir für uns, unsere Regierung und unseren Staat um Vergebung." - Um Vergebung! Das sind mal wirklich starke Worte und nur zu angebrachte. Oder, um es mal flapsiger aus einem Bildchen zu zitieren, das auf Facebook kursierte: Sollen doch die Länder die Flüchtlinge aufnehmen, die die Waffen liefern - zack, Problem gelöst.

Jedenfalls erschien ich erst 15 Minuten nach Probenbeginn, das Einsingen neigte sich gerade dem Ende zu, und stellte mich leise in den Chor, um die letzten Übungen noch mitzumachen. Mein schweifender Blick fiel auf 2 fremde Leute in der zweiten Reihe. Männer. "Ich sehe fremde Männer", flüsterte ich meiner Freundin Netti zu, die im Sopran singt. Sie nickte und sagte: "Guck mal weiter". Ich guckte weiter. Meine Schwester saß im Alt, zu ihrer ersten Probe erschienen, nachdem sie im Sommer hergezogen ist. Daneben eine weitere Bekannte, die auch neu im Alt anfangen sollte. So weit, so schön. Ich sah nach links. Eine fremde Frau, eine, die mir vage bekannt vorkam, und noch eine fremde Frau.
Da waren sieben neue Sänger. Auf einen Schlag. Sieben.

Ich habe versucht, so zu gucken:



Aber ich habe mich so gefühlt:



Als ich nach Hause kam und meinem Freund erzählte, daß ich die Weltherrschaft an mich reißen demnächst einen richtig schön vollmundigen Chor leiten würde, fragte er mich, wie alt die denn alle so seien. Ich sagte: "Der eine so vielleicht Mitte 50, der andere so Ende 20…" - "Und dann singt der im Chor?!" unterbrach mich der Kunstbanause. "Kommt auf den Chor an", erwiderte ich zuckersüß.

Also, kurz gesagt: Meinem Chor geht es grad richtig gut. :)

Das Hasenorakel spricht:

Vieles schafft man auch allein,
aber schöner ist's zu zwei'n.



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