Samstag, 26. November 2016

Warum es so schön ist, ein Teil meiner Familie zu sein

Dienstag Anreise & Chorprobe.
Mittwoch früh nach Berlin zum Ensemble LaFolie. Mein Bruder schreibt mich an: Ich spiele heute Jazz auf'm Weihnachtsmarkt. Lust, zuzuhören?
Ich fahre also nach Mitte, wo er in einer Bank arbeitet, auf deren internem Weihnachtsmarkt für wohltätige Zwecke er mit der von ihm gegründeten Bank-Jazzband spielen soll.
("Was spielen die?", fragte mich kürzlich jemand. "Bankrock?")
Ich komme an, die Sängerin ist krank. Ich singe also 3 Stunden Jazz Standards, habe tierisch viel Spaß dabei und übernachte gleich bei meinem Bruder.
Donnerstag. Jam Session.
Freitag. Mein Chor hat nach einer zusätzlichen Probe verlangt und bekommt sie.
Samstag Vormittag bei meinen Eltern. Ich bin mit dem Frühstück fertig, mein Vater baut Weihnachtsbeleuchtung in die Fenster und sieht sich suchend nach meiner Mutter um. Ich deute mit dem Daumen zur Zimmerdecke.
"Mama zithert."
Er grinst kurz. Meine Mutter leitet eine Veeh-Harfen-Gruppe und hat heute ein Konzert. Die Veeh-Harfe ist leider vor Papas und meinem Spott so sicher wie nackte Haut vor Sonnenbräune - es passiert einfach irgendwie, man kann nichts dagegen tun, obwohl wir beide Mama für ihre Arbeit bewundern.
Ich beschließe, für das Ensemble LaFolie zu üben und wenige Minuten später werden die Zith... Veeh-Harfe und das Klavier begleitet vom charakteristischen Krachen der Fußpedale an Papas Heimorgel. Er hat ja morgen Gottesdienst.
Die Einzige, die (abgesehen vom Schnarchen) still ist, ist Nele.
Ich bin doch echt ein Glückskind.

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